18.15 Uhr - Gespräche zur Bauökonomie ist zurück – bei heissem Wetter und mit angeregten Diskussionen.

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Draussen herrschten 34 Grad Hitze, drinnen wurde angeregt diskutiert – das war 18.15 Uhr - Gespräche zur Bauökonomie am 18. Juni 2013. Das Thema: Wer hat die Lizenz zum Städtebau, auf dem Podium: Architekt und Professor Meinrad Morger, Alfred Squaratti, Ingenieur und ehemaliger Stadtrat von Sion und Patrick Gmür, Direktor des Amtes für Städtebau in Zürich. Geleitet wurde das Gespräch wie immer vom Winterthurer Stadtbaumeister Michael Hauser. 

Die Diskussion zeigte schnell: Städtebau ist nicht eine Disziplin für Einzelkämpfer, viel mehr sind verschiedenste Interessengruppe daran beteiligt und unzählige Gesetze sowie Verordnungen regeln, was zu tun und zu lassen ist. Zuviele nach Meinung von Meinrad Morger: «Vielleicht sollten wir zurück zum 19. Jahrhundert, als die Könige den Städtebau bestimmten.» Zudem plädierte er dafür, die Regelungsdichte herunter zu fahren. 

Für Alfred Squaratti keine Lösung: «Das Risiko ist gross, dass die falschen Regelungen wegfallen würden und damit die Qualität gefährdet wäre.» Und Patrick Gmür doppelte nach: «Unsere Demokratie ist eine hohe Qualität, die wir nicht antasten sollten, auch wenn es manchmal mühsam ist.»

Etwas anderes zeigte die Diskussion deutlich: Die Öffentlichkeitsarbeit ist im Städtebau heute eine extrem wichtige Komponente: «Wenn die Öffentlichkeit früh mit einbezogen wird, ist es später einfacher Projekte auch in einer Abstimmung durchzubringen», sagte Patrick Gmür. Als gutes Beispiel dafür nannte Meinrad Morger die Messe Basel: «Dort wird die Öffentlichkeit laufend mit einbezogen und nur so ist es möglich, dass die Messe mitten in der Stadt grosse Bauprojekte verwirklichen kann ohne eine Einsprache.»

In der zweiten Gesprächshälfte bezog Michael Hauser auch das Publikum mit ein. Dabei fielen zwei interessante Voten: Walter Ramseier plädierte dafür, dass die Architekten mehr Sensibilität für städtebauliche Themen entwickeln müssten und Peter Jakob von Bauart Architekten forderte eine bessere Bezahlung für städtebauliche Studienaufträge und Wettbewerbe: «Diese Arbeit ist oft schlecht bezahlt, vor allem weil es ja im Gegensatz zum normalen Architekturwettbewerb, keine Chance auf einen Folgeauftrag gibt.»

Das Fazit der Diskussion: Nicht eine Person hat die Lizenz zum Städtebau, sondern Architekten, Stadtplaner, Stadtbaumeister und Öffentlichkeit zusammen beschliessen schlussendlich wie sich eine Stadt entwickelt - auch wenn dieser Prozess manchmal an den Grenzen unserer Demokratie rizt.