Die Normenwerke für den Baubereich werden laufend dicker. Dazu kommen weitere Vorschriften und Gesetze. Doch braucht es all diese Normen überhaupt oder ginge es nicht einfacher? Am 18. März haben Jakob Steib (Architekt), Albert Leiser (Hauseigentümerverband Zürich) und Kurt Hildebrand (Mitglied in div. Normenkommissionen) unter der Leitung von Michael Hauser darüber diskutiert. 

Die Diskussion, an der auch das Publikum rege teilnahm, hat folgendes gezeigt: Normen sind grundsätzlich wichtig und ein guter Leitfaden für die Erstellung von Bauten. Heikel ist aber, was daraus gemacht wird, etwa im Rahmen von Gesetzen und Vorschriften. Handkerum können Bauherrschaft und Planer - wenn sie den Mut dazu haben - auch auf die Einhaltung von Normen verzichten. Klar ist auch, dass Normen und Vorschriften nicht gratis zu haben sind: Einerseits kostet ihre Erarbeitung sehr viel Geld, andererseits die bauliche Umsetzung. Derzeit werden solche Mehrkosten von der Bauwirtschaft angesichts der guten Marktlage akzeptiert, doch das Blatt könnte sich wenden, sobald die Baukosten wieder mehr zu einem Thema werden - etwa bei sinkender Nachfrage auf dem Immobilienmarkt. 

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Sponsoring der Veranstaltung: Halter AG, Zürich

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Ausgewählte Voten: 

 Jakob Steib:

«Die immer zahlreicheren Normen machen es schwieriger den Überblick zu behalten - manchmal fühle ich mich wie ein Universaldilettant.»

«Wir Architekten sind kreativ im Umgang mit Normen.»

Kurt Hildebrand:

«Wenn Normen erscheinen, sind sie bereits wieder veraltet.»

«Normen sind ein wichtiger Wissensspeicher.»

Albert Leiser: 

«Die Frage ist immer, wie man Normen anwendet.»

«Sobald die Kosten beim Bauen wieder eine grössere Rolle spielen, wird man bei den Normen wohl zurückbuchstabieren.»